Altmühltal - 145 Millionen Jahre alte Urwelt in Stein
Was heute das idyllische Altmühltal ist, war vor ca. 150 Millionen Jahren, in der Zeit des ausgehenden Juras, ein warmes Meer, in dem es eine große Vielzahl von verschiedenen Lebewesen gab, wie Fische, Krebse, Haie, Schildkröten und Saurier. Der Meeresboden war in zahlreiche größere und kleinere Wannen untergliedert. Im Nordwesten und Osten des heutigen Altmühltals gab es größere Landgebiete (Rheinische Insel, Böhmische Insel) und vermutlich zahlreiche kleine Inseln. Diesen Inseln ist es zu verdanken, dass heute wohl die seltensten Fossilien der Welt im Altmühltal gefunden werden ? der Urvogel Archaeopteryx und die kleinen Raubsaurier Compsognathus und Juravenator.
Die Bodenzone der Plattenkalkwannen war so salzhaltig, dass dort kein Leben möglich war. Jedes Lebewesen, das dort seine letzte Ruhe fand, wurde durch Sedimente schnell bedeckt und somit für die Ewigkeit konserviert. Auch wenn Funde aus den Plattenkalken des Altmühltals sehr häufig erscheinen, so ist es nach wie vor sehr schwierig, gut erhaltene Fossilien zu entdecken. Die meisten Funde sind dem schon seit nahezu 2000 Jahre andauernden mehr oder weniger kommerziellen Plattenkalkabbau zu verdanken.
Eine Regel besagt, dass jeder zweite Steinbrucharbeiter in seinem Leben einen selteneren Fund (z.B. Reptil oder Hai) macht!
